Ein möglicher Überblick findet sich in: Reddemann,L.(2003e):
Psychodynamisch imaginative Traumatherapie (PITT); ZPPM 1.Jg.Heft 2, 1
- 8
Als PDF: Die psychodynamisch imaginative Traumatherapie (PITT)
Auszüge:
In der PITT wird über das Medium einer hilfreichen Beziehung vor allem
die Selbstbeziehung betont und mittels Imagination angeregt, diese neu
zu gestalten und seelische Wunden damit einer Heilung zuzuführen.
Dabei ist die Beachtung des Übertragungs- Gegenübertragungsgeschehens von
zentraler Bedeutung. Dies wird dann allerdings eher dazu genutzt, die Patientin
zu einem veränderten imaginativen Umgang mit sich selbst anzuregen, was
nicht bedeutet, dass wir auf das Mittel der Deutung gänzlich verzichten.
Mitgefühl und Trost aber auch Anerkenntnis des geschehenen Unrechts werden
im Umgang des erwachsenen Selbst mit den jüngeren Teilen stark betont.
....
Zentral ist das Konzept der "inneren Bühne", die zu einem gemeinsamen
imaginären Raum wird, auf dem die Patientin, ggf. angeregt und unterstützt
durch die Therapeutin "spielen" kann. Dadurch wird sie wieder
handlungsfähiger.
Es ist erstaunlich, wie viel Menschen können, wenn man es ihnen nur zutraut.
Zur PITT gehört auch die "Imagination", dass sehr viele Patientinnen
und Patienten trotz großer Beschädigungen viel, viel mehr sind als diese
Beschädigungen und über selbstregulative Kräfte verfügen. Allerdings
liegt es in der Hand der Therapeutin, diese zu fördern oder mehr oder weniger
zum Versiegen zu bringen. "Beidäugiges Sehen" (Fürstenau, 2002),
d.h. das Wahrnehmen der Stärken und der Probleme ist daher ein Grundsatz
von PITT. Das bedeutet Übernahme von Hilfs-Ichfunktionen eher i.S.
von Ermutigung, die eigenen selbstregulativen Kräfte aufzuspüren und zu
nutzen, statt direktes Eingreifen (wenn dies aber unumgänglich ist, geschieht
es).
....
Die Ebene der Imagination ist sehr geeignet, den Körper in die therapeutische
Arbeit mit einzubeziehen, ohne dass der Körper berührt werden muss, was
ja für Menschen, die in zwischenmenschlichen Beziehungen traumatisiert
wurden, oft ein Problem darstellen würde. Andererseits ist der Körper der
Ort der Traumatisierung.
Achtsames Wahrnehmen des Körpers und der Körperbedürfnisse wird daher fortwährend
angeregt, die Auswirkungen von Vorstellungen auf den Körper und sein Befinden
sind unmittelbar wahrnehmbar und helfen der Patientin, sich bewusst und
aktiv auf funktionalere und heilsamere Vorstellungen einzulassen.